18. April 2012

Gedankenkotze, Gedankenkotze, Gedankenkotze.
Es ist 02:35 Uhr nachts und ich lieg in meinem Bett und denke über uns nach. Dieses "Uns" was nicht mehr existiert. Leider. Du hast mir doch damals so viel versprochen. Heiraten, glücklich sein, zusammen leben. Diese Sachen wurden erdruckt, zerquetscht, platt getreten - von dir! Ich sah uns in zwanzig Jahren glücklich zusammenleben. Wie wir die schwierigsten Phasen in unserem Leben meistern, über Dinge drüberstehen die Leute versuchen schlecht zu machen, streiten, wieder vertragen. Sowas halt. Ich wollte so eine Beziehung wie bei "My Sassy Girl". Einen Brief schreiben, nicht zu wissen was du geschrieben hast, ihn an einer Stelle vergraben und nach einem Jahr ihn ausbuddeln und all die schönen Erinnerungen durchlesen. Ich erinnerte mich noch an deine Worte. Wir haben vom Leben alles verlangt. Wir waren so jung zusammen, nicht erwachsen, dennoch zuversichtlich was die Zukunft anbelangt. Ich liege auf der linken Seite meines Bettes - immer wieder gucke ich nach rechts um wirklich zu gucken, ob du da doch noch liegst. Es ist kühl, dort, wo du lagst. So kalt. Ich kann nicht mehr schlafen und wenn, denn tauchst du in meinen Träumen auf. Ich frage mich, wie lange es noch so weiter geht. Ich will das alles nicht mehr. Ich möchte endlich abschließen können. Doch diese fast vier Jahre haben mich geprägt. Für immer. So leicht gehen meine Narben nicht weg, nein.
"Betäub dich kleines Kind, schluck die Pillen jetzt. Mach es einfach. Dir wird nichts passieren.", rief es in mir als ich vor meinen Schrank der voller Gerümpel war, stand. "Immerhin schaffen sie es, dass du deinen Alltag meisterst!". Immerhin. Ich nahm die Packung, drückte eine Tablette raus und schluckte sie mit ein wenig Wasser runter. Seit ich die Pillen nehme bin ich enstpannter nicht mehr aggressiv, ungeduldig und panisch wie vorher. Sie lassen mich nicht high sein aber sie beruhigen. Eine Pille am Tag - mehr nicht; meinte der Arzt. "Okay. Und was, wenn ich es später nicht mehr schaff von denen los zu kommen?! Ich nehme die seit Oktober zweitausendundelf." - "Dafür gibt es eine Therapie. Du solltest dich langsam anmelden dafür, es wird dir gut tun. Es wird sowieso denn erst in einem halben Jahr sein. So schnell kriegt man dort auch kein Platz". Gedankenvertieft schaute ich zu Boden. Lies mir eine Liste voller Therapeuten ausdrucken und sollte anschließend einen neuen Arzttermin bei ihm machen. "Ok, in drei Wochen, geht klar" lächelte ich und nahm die Zettel entgegen. Doch schon nach den drei Wochen hat sich nicht viel geändert bei mir. Mir wurde Blut abgenommen um die Leber- und Nierenwerte zu überprüfen ob die in Ordnung sind. Mir war schummrig, ich schwitzte, blass war ich im Gesicht- richtig weiss. Ich fiel zu Boden, dort lag ich gefühlt acht bis zehn Minuten um meinen Kreislauf wieder in Fahrt zu bringen. Ich lag tatsächlich in einer Arztpraxis auf dem Boden. Langsam aber wackelig hat man mich in ein Sprechzimmer gebracht. Laufen konnte ich allein, aber meine Beine meinten es wohl nicht so gut mit mir. Als ich im Zimmer auf der Liege lag kam der Arzt, "Na, geht's dir besser?". Was sollt ich sagen, was sollt ich sagen, was sollt ich sagen? Hilfe! "Schlecht, beschissen, scheiße. Alles zusammen, wie ausgekotzt", er guckte mich an, ich sah es im Augenwinkel als ich an die Decke starrte. Er sparte sich, denke ich, die Frage woran es lag, viel lieber fragte er nach dem Warum. Nein, hab mich um keinen Therapieplatz bemüht, nein; ich hab nichts gemacht, ja; weil ich nicht in der Lage dazu war und es bis heute nicht bin. "Ich habe angst, dass ich mich noch mehr schneide. Das ich es nicht schaff von ihm los zu kommen. Ich will alles nicht mehr. Ich will aufgeben". Zum ersten Mal seit vier Monaten öffnete ich mich ihm gegenüber; "Menschen kommen und gehen, es ist nun mal im Leben so. Wir werden verlassen und finden immer wieder neue Menschen kennen die uns ans Herz wachsen und mit dem schneiden liegt es an dir ob du damit aufhören kannst. Das ist dein Wille, du musst es schaffen", er sagte es mit einer so beruhigenden Stimme das ich kurz davor war los zu weinen. Diese Wörter ficken meinen Kopf seit Wochen wieder. Schon allein der Gedanken, ich soll zur Therapie macht mir angst. Woher soll ich denn wissen ob es mir danach besser oder vielleicht nicht noch schlechter geht. Man wird dort mit seinen Problemen konfrontiert, seinen Schwächen, seinen Ängsten, wobei man vor denen eigentlich immer weglaufen möchte. Das tu'n doch eh die meisten um ehrlich zu sein. Ich besonders gerne. Angst habe ich am meisten davor, dass die nach dir fragen. Einfach ein Gedanke an dich versetzt mich in Selbstmordgedanken. Aus unserem "Wir" wurde ein "du" und ein "Ich". Zweifelsfrei. Du und ich, wir waren so viele Nächte, so viele Tage, Stunden, Minuten, Sekunden zweifellos. Und schau, was du mit mir gemacht hast. Kaputt gespielt hast du mich. Ohne Gnade. Du wusstest genau, was du mir mit dieser Trennung antust und jetzt ist es dir plötzlich egal was mit mir passiert und wie es mir geht. Aber bitte vergess' nicht. Kann weder vergessen noch verzeihen; lediglich nur von neu anfangen. Aber bitte, ich hoffe nicht mit dir. Ich habe viele gute und schlechte Erfahrungen mit dir gemacht. Zwischen Hassgefühl und Liebe steck ich. Irgendwo da. Eines Tages hoffe ich, dass du es bereust, dass du mich gehen lassen hast. Einfach so.


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